Tesla bewegt sich in Europa, Waymo wird in München konkreter | Robotaxi-Prognose KW37

Die Prognosewerte bleiben in KW37 unverändert. Trotzdem gibt es Bewegung: Tesla gewinnt regulatorische Dynamik für FSD Supervised in Europa, Waymo konkretisiert seinen Münchner Pfad. Warum beides noch nicht reicht, um den AMB-Prognosekreis zu verändern.

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Tesla bewegt sich in Europa, Waymo wird in München konkreter | Robotaxi-Prognose KW37

Robotaxi-Prognose Deutschland · KW37

Tesla bekommt in Europa deutlich mehr Bewegung. Waymo wird in München konkreter. Zwei Entwicklungen, die den Deutschland-Pfad verändern könnten. Entscheidend ist jetzt: Reicht das schon, um die Robotaxi-Prognose KW37 zu verschieben?

Im Detail zeigt sich: Beide Signale sind relevant, aber sie überschreiten noch nicht die Schwelle für eine neue Bewertung.

Tesla bewegt sich in Europa, Waymo wird in München konkreter

Robotaxi-Prognose Deutschland · KW37

In KW37 verändert sich kein einziger Prognosewert.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Markt stillsteht.

Tesla bekommt in Europa deutlich mehr regulatorische Bewegung. Waymo beschreibt gleichzeitig seinen Münchner Weg konkreter. Beide Entwicklungen sind für die Deutschland-Prognose relevant. Keine von beiden überschreitet bisher die Schwelle, die eine neue Bewertung rechtfertigen würde. Genau diese Trennung zwischen Fortschritt und prognoserelevantem Deutschland-Meilenstein ist die zentrale Aussage dieser Woche.

Neu auf dem Kanal

Im neuen Video zeige ich die KW37-Prognose kompakt und erkläre, warum der Kreis trotz der neuen Entwicklungen unverändert bleibt.

Der aktuelle Stand in Deutschland

Anbieter KW37 zu KW36
Waymo18 %±0
MOTOR Ai17 %±0
KIRA / Mobileye17 %±0
Momenta17 %±0
Baidu Apollo Go12 %±0
Tesla10 %±0
Autobrains9 %±0

Die Reihenfolge und sämtliche Werte sind gegenüber KW36 unverändert.

Wichtig: Diese Prozentwerte sind eine redaktionelle AMB-Prognose auf Basis eines festen Bewertungsschemas. Sie sind keine statistisch berechneten Eintrittswahrscheinlichkeiten und keine Marktanteile.

Tesla: Europa öffnet sich weiter für FSD Supervised

Bei Tesla kommt die aktuell sichtbarste Bewegung aus Europa.

Frankreich testet FSD auf öffentlichen Straßen. Slowenien hat FSD Supervised freigegeben. Gleichzeitig rückt eine weitergehende europäische regulatorische Entscheidung näher. Für Tesla ist das ein klar positives Signal.

Für die Deutschland-Prognose muss allerdings zwischen FSD Supervised und dem Zielzustand dieser Prognose unterschieden werden.

Bei FSD Supervised bleibt der Fahrer verantwortlich. Das ist deshalb noch kein öffentlich zugänglicher fahrerloser Level-4-Betrieb.

Genau dieser Schritt ist für den Forecast entscheidend.

Deshalb verändert die europäische Dynamik Teslas Position diese Woche noch nicht. Tesla bleibt bei 10 Prozent. Die Entwicklung ist positiv, der konkrete nächste Deutschland-Schritt Richtung fahrerlosem Level 4 fehlt bisher.


Waymo: München wird operativ konkreter

Bei Waymo liegt die Bewegung direkt in Deutschland.

Das Unternehmen beschreibt inzwischen seinen Münchner Testpfad genauer. Genannt werden verschiedene Testphasen, zahlreiche Münchner Stadtteile und eine Erprobung rund um die Uhr.

Der Ablauf wird dabei schrittweise aufgebaut: zunächst Kartierung und Vorbereitung, anschließend Validierung mit geschultem Personal und später der Übergang zum vollautonomen Betrieb.

Das öffentlich formulierte Ziel bleibt ein vollautonomer Dienst 2027.

Für die AMB-Prognose ist das relevant, weil München damit operativ konkreter wird. Ein neuer Deutschland-Meilenstein, der den bisherigen Forecast deutlich vorzieht, ist daraus aber noch nicht entstanden.

Waymo bleibt deshalb mit 18 Prozent an der Spitze.


MOTOR Ai: Hagenow bleibt ein konkreter Deutschland-Pfad

MOTOR Ai bleibt bei 17 Prozent.

In Hagenow läuft die Erprobung. Erste Fahrgäste sind weiterhin für 2026 angekündigt.

Damit besitzt MOTOR Ai einen klaren Deutschlandbezug und einen konkreten nächsten operativen Schritt.

Für KW37 liegt aber kein neuer Meilenstein vor, der den bisherigen Pfad wesentlich verändert. Deshalb bleibt auch der Prognoseanteil unverändert.


KIRA / Mobileye: Fahrgäste sind bereits Teil der Erprobung

KIRA mit Mobileye bleibt ebenfalls bei 17 Prozent.

Hier ist der Ist-Zustand besonders interessant: Registrierte Testnutzer fahren bereits im Level-4-Projekt mit.

Das ist deutlich mehr als eine reine Ankündigung oder ein geschlossener Techniktest.

Der nächste entscheidende Schritt wäre jedoch der Übergang zu einem fahrerlosen Regelbetrieb. Dafür ist bislang kein konkreter öffentlicher Termin hinterlegt.

Deshalb bleibt KIRA / Mobileye in KW37 unverändert.


Momenta: starke Genehmigungsbasis, aber noch kein öffentlicher Betrieb

Auch Momenta liegt weiterhin bei 17 Prozent.

Die deutschlandweite Level-4-Testgenehmigung ist ein starkes regulatorisches Signal. Dazu kommt der konkrete München-Plan.

Damit erfüllt Momenta wichtige Voraussetzungen des AMB-Deutschland-Gates.

Der Unterschied zum eigentlichen Prognoseziel bleibt aber bestehen: Ein öffentlich zugänglicher fahrerloser Betrieb ist daraus bisher noch nicht entstanden.

Für KW37 ergibt sich deshalb kein neuer Score-Impuls.


Baidu Apollo Go: Deutschland-Start angekündigt, Genehmigungen bleiben entscheidend

Baidu Apollo Go bleibt bei 12 Prozent.

Der Deutschland-Start über Lyft ist für 2026 angekündigt.

Damit existiert ein konkreter Markteintrittspfad. Die Umsetzung bleibt jedoch von den erforderlichen Genehmigungen abhängig.

Solange daraus kein belastbarer neuer operativer Schritt in Deutschland entsteht, bleibt der bisherige Prognosewert bestehen.


Autobrains: München ist gesetzt, der öffentliche Pfad bleibt weniger konkret

Autobrains bleibt bei 9 Prozent.

Der München-Bezug über das Uber-Programm macht das Unternehmen für die Deutschland-Prognose relevant.

Im Vergleich zu den höher bewerteten Kandidaten ist die öffentlich belegte Kette bis zu einem tatsächlich zugänglichen fahrerlosen Betrieb aber noch weniger dicht.

Deshalb bleibt Autobrains aktuell am unteren Ende des Prognosekreises.


Warum verändert sich der Kreis trotzdem nicht?

Das ist der entscheidende Punkt dieser Ausgabe.

Eine neue Meldung reicht nicht automatisch für eine neue Prognose.

AMB verändert einen Score nur, wenn neue belastbare Evidenz den Deutschland-Pfad tatsächlich verändert. Eine neue Kalenderwoche, allgemeine PR-Aussagen oder internationale Fortschritte ohne konkreten Deutschland-Effekt reichen dafür ausdrücklich nicht aus.

Für die nächste Bewegung im Kreis achte ich deshalb besonders auf drei Schwellen:

eine konkrete neue Genehmigung oder Betriebsphase in Deutschland, den Schritt zum Betrieb ohne Sicherheitsfahrer oder einen belastbaren öffentlichen Starttermin beziehungsweise ein klar definiertes Startgebiet.

Wenn einer dieser Punkte fällt, wird neu bewertet.


Wie die AMB-Prognose berechnet wird

Die Prognose beantwortet eine klar definierte Frage:

Welcher berücksichtigte Anbieter erreicht als Nächstes einen öffentlich zugänglichen fahrerlosen SAE-Level-4-Betrieb in Deutschland innerhalb einer klar definierten ODD?

Nur Anbieter mit belastbarem Deutschlandbezug kommen in den Hauptforecast. Dafür muss mindestens eine konkrete Deutschlandaktivität, bestätigte Deutschlandplanung, ein relevantes Genehmigungsverfahren, eine konkrete deutsche Stadt beziehungsweise Region oder ein bestätigter deutscher Umsetzungspartner vorliegen.

Intern bewertet AMB fünf Faktoren:

Bewertungsfaktor Gewichtung
Deutschland-Konkretheit 30 %
Genehmigungs- / Regulierungsfortschritt 25 %
Tatsächliche fahrerlose Reife 20 %
Weg zum öffentlichen / kommerziellen Betrieb 15 %
Belastbarer nächster Meilenstein 10 %

Die daraus entstehenden Rohscores werden anschließend innerhalb der berücksichtigten Deutschland-Anbieter normalisiert. Daraus entsteht der öffentlich gezeigte AMB-Prognoseanteil.

Das System soll Vergleichbarkeit schaffen, ohne eine mathematische Genauigkeit vorzutäuschen, die der heutige Robotaxi-Markt nicht hergibt.


Beobachtet, aber noch nicht automatisch im Prognosekreis

Der Kreis ist bewusst kein Verzeichnis aller Unternehmen, die weltweit an autonomem Fahren arbeiten.

Weitere Projekte und Hersteller werden laufend beobachtet. In den Forecast kommen sie erst dann, wenn ihr Weg zu einem öffentlich zugänglichen fahrerlosen Betrieb in Deutschland ausreichend konkret und belegbar ist.

Für KW38 erweitern wir diesen Screeningprozess ausdrücklich auch um weitere in Deutschland relevante Fahrzeughersteller. Die Aufnahme in den Kreis erfolgt aber weiterhin ausschließlich nach dem Deutschland-Gate.


Quellenstand KW37

Der dokumentierte Quellenstand der Wochenakte umfasst für Waymo offizielle Deutschland-/München-Seiten sowie Informationen der Stadt München. Für Tesla wurden aktuelle Berichte zur europäischen FSD-Supervised-Zulassungsdynamik ausgewertet. MOTOR Ai basiert auf dem Hagenow-Stand, KIRA auf der offiziellen Projektseite, Momenta auf der Level-4-Testgenehmigung beziehungsweise offiziellen Momenta-Informationen, Baidu Apollo Go auf der europäischen Lyft/Baidu-Ankündigung und Autobrains auf der offiziellen München-/Uber-Ankündigung.

Prüfstand dieser Ausgabe: 8. September 2026.


Nächste Prognose: KW38

Die nächste Ausgabe erscheint mit dem neuen Wochenstand.

Entscheidend wird wieder dieselbe Frage sein:

Hat sich irgendwo der Deutschland-Pfad wirklich verändert?

Wenn ja, bewegt sich auch der Kreis.


Unternehmen können verifizierbare Updates einreichen, zum Beispiel zu Genehmigungen, Tests, neuen Städten, Flottenstarts, Partnerschaften, öffentlicher Buchbarkeit oder bestätigten Deutschland-Plänen.

Hinweise werden redaktionell geprüft. Eine Einreichung hat keinen Einfluss auf die Bewertung.

Werbepartnerschaften dieser Serie werden klar von Redaktion und Forecast getrennt.


Autonomous Mobility Briefing unterstützen

Autonomous Mobility Briefing baut die Robotaxi-Prognose als dauerhaftes redaktionelles Format aus.

Dafür suchen wir passende Sponsoren und Partner aus den Bereichen autonomes Fahren, Mobilität, ÖPNV, Software, Sensorik, Infrastruktur und angrenzenden Technologiefeldern.

Wichtig: Partnerschaften und redaktionelle Bewertung bleiben getrennt. Eine Zusammenarbeit hat keinen Einfluss auf die Prognosewerte.

Interesse an einer Partnerschaft oder einem Sponsoring?
Kontakt: briefing@besendahl.net

Hinweise und Presseinformationen für die Prognose

Unternehmen, Projektpartner und Kommunikationsabteilungen können uns jederzeit verifizierbare Informationen senden, die für die Deutschland-Prognose relevant sein könnten.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • neue Genehmigungen
  • neue Testgebiete oder Städte
  • Start neuer Betriebsphasen
  • Betrieb ohne Sicherheitsfahrer
  • öffentliche Buchbarkeit
  • konkrete Starttermine
  • neue Deutschland-Partnerschaften
  • bestätigte Flotten- oder Markteintrittspläne

Presseinformationen und Hinweise bitte an:

briefing@besendahl.net

Alle Einsendungen werden redaktionell geprüft. Eine Einsendung führt nicht automatisch zu einer Veränderung der Prognose.

Thorsten Besendahl
Autonomous Mobility Briefing

Die Zukunft fährt autonom

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